Kathy Kahner „Literatur und Skurrilität“ [Interviewauszug] | Outscapes #4

„… Hallo Kathy, Surrealismus als einflussreiches Experimentierfeld zwischen Kunst, Literatur und Psyche und mit Größen wie Breton, Tzara oder Aragon war ja der experimentelle Inbegriff des Traumhaften, Unbewussten, Absurden… Was fasziniert Dich am Surrealismus und am Dadaismus, was bedeuten diese Strömungen für Dich?

Beide Kunstrichtungen haben die gesellschaftlichen Grenzen ihrer Entstehungszeit überschritten und nehmen sich selber nicht so ernst. Eine Eigenschaft, die mir oftmals in vielen Bereichen zu fehlen scheint. Was ich noch am Dadaismus schätze, ist, dass er trotz oder gerade durch seine ironischen Gebrochenheiten und der demonstrativen Unernsthaftigkeit eine politische Dimension erhält. Zudem führt der Dadaismus ebenso wie der Surrealismus durch sein Spiel mit der Skurrilität den Alltag ad absurdum – das fasziniert mich nicht nur, ich finde es zudem unglaublich erheiternd. Da ich selber mitunter die Skurrilität als humoristisches Stilmittel in meinen Werken verwende, komme ich nicht um hin, diese Kunstrichtungen zu lieben.

Was ist für Dich gelebter Dadaismus?

Als Laie kann ich bei Leibe nur von meiner Auffassung sprechen, aber für mich persönlich ist das Erschaffen skurriler und absurder Werke, deren Unsinnigkeit sich die Schöpfer bewusst sind, und der Kontrast dieser zu einer verkrampften Ernsthaftigkeit in der Kunst gelebter Dadaismus. …“

Das Interview führte Tristan Rosenkranz. Das gesamte Gespräch und vieles mehr finden Sie im „Outscapes“-Magazin #4 [Edition Outbird].

Bildnachweis: Nadine Trojan