Romina Nikolić „Ästhetik des Tötens“ [Interviewauszug] | Outscapes #4

„… Wie erklärst Du Dir die Faszination, die der Stoff „Hannibal“ noch zwei Jahre nach Absetzen der Serie auf unzählige Fannibals ausübt? Immerhin handelt es sich ja um finsterste Morde eines äußerlich höchstkultivierten Therapeuten.

Die Morde haben zum einen tatsächlich eine herausragende ästhetische Qualität und zum anderen sind sie in der Serie aber eben nicht nur was für Gore-Fans, sondern in ihrer Symbolträchtigkeit vor allem Mittel zur Kommunikation zwischen den beiden Hauptcharakteren, Hannibal und Will, die beide ja auf ihre jeweils eigene Art sehr außergewöhnlich und dadurch einsam sind, und irgendwie gegen alle Wahrscheinlichkeiten im anderen den perfekten Gegenpart finden. Das ist eine schöne, natürlich auch romantische Vorstellung, dass man, egal wie weird man ist, jemanden finden kann, der zu einem passt. Das spricht, glaube ich, viele Fannibals an. Und die Tatsache, dass Bryan Fuller und sein Team die Geschichte auf eine visuell, filmisch, erzähltechnisch ganz neue Ebene gehoben haben, spielt bei der Faszination auf alle Fälle auch eine sehr große Rolle.

[…]

Kannst Du uns etwas zum literarischen Genre der sogenannten „Fanthology“ sagen? Seit wann existiert dieses Genre, wo hatte es seinen Ursprung?

Da müsste ich jetzt selber googeln… Es ist als größere Text- und Bildsammlung eine Erweiterung der typischen Fanzines, also Fan Magazines zu einem bestimmten Thema, die es ja schon seit Ewigkeiten gibt. Ich glaube, das geht zurück bis in die 1940er Jahre. …“

Das Interview führte Tristan Rosenkranz. Das gesamte Gespräch und vieles mehr finden Sie im „Outscapes“-Magazin #4 [Edition Outbird].

Bildnachweise: Germaine Bierbaum & Romina Nikolić