[ Prosa ] Frau Kopf „Die Liebe“

Ein seltsames Ding ist die.

Auf leisen Sohlen schleicht sie sich an die ausgesuchten Menschen
ran, umhüllt sanft und schnürt und schürt.

Feuerchen in der Brustgegend, kribbelnde Schädeldecken,
Lippen und Körpermitten und der Mensch schaut in den
Spiegel, taucht tiefer als sonst oder jemals zuvor in die eigenen
Augen und erkennt.

Feuer, Wasser, Erde, Luft und etwas Neues.
Die Liebe.

Da steht der Mensch, befühlt das eigene Gesicht, lächelt laut
und liebt ganz leise.

Aus dem Hintergrund schält sich das Gefühlsgegenstück,
bahnt sich seinen Weg und verweilt.

Hände, die auf Schultern, Hüften und in wirren Haaren ruhen.
Hände, die suchen und finden.
Hände, die ineinander greifen und bleiben.
Münder, die einander küssen und Worte flüstern, die nur den
Liebenden gehören.

Herzen, die Blut durch den Leib pumpen, weil die das eben so
tun, dies aber ambitionierter und treibender als zuvor.

Zwei Gesichter in diesem Spiegel.
Lächelnd, sich entdeckend, erkennend und liebend.

Und die Liebe?

Die umhüllt und spinnt und schnürt die Menschen ein, fesselt
sie aneinander, haucht unbekanntes Lebensgefühl ein und ist
sich ihrer so lebensnotwendigen und dankbaren Position bewusst.

Sie beschließt zu bleiben und sich stets in Spiegelbildern,
Streicheleinheiten, geflüsterten Worten, Schweigen, Lachen
und dem großen Ja zu zeigen.

Ganz leise, ganz wahr und einfach da.
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„Die Liebe“ erscheint neben anderer/n Prosa und ShortStories in Kürze in Frau Kopfs Buch „Brachialromantik“ in der „Edition Outbird“ (zur Buchbestellung bitte hier entlang). Im Bild: Eine Fotografie von Franziska Barth (erschienen im Buch „Schattenspiele“ mit Tristan Rosenkranz).

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[ Prosa ] Ralf Bruggmann „Totland“

Ihre Finger gleiten über ihre Haut, suchend, ganz langsam. Sie weiß genau, wo die Stelle liegt, trotzdem ist da keine Eile in ihren Bewegungen, keine Zielstrebigkeit. Schließlich erreicht sie ihn, den Punkt an ihrem rechten Unterschenkel, jenen blinden Fleck auf ihrer Haut. Es bleibt nach wie vor merkwürdig, dass sie dort nichts spüren kann, beinahe befremdlich. Die Stelle ist und bleibt vollkommen taub. Totes Land.

Sie legt Musik auf. Pinô von Otto Totland. Die sanft und leise tröpfelnden Klavierklänge, die Leerstellen zwischen den Tönen, die Abwesenheit von Gesang; sie hat die Musik bewusst ausgesucht. Sie mag niemanden singen hören, sie will keine fremden Geschichten, keine Stimmfarben, nicht jetzt. Sie braucht wohl nur etwas, das die Geräuschlosigkeit aufhebt und zugleich die Stille bewahrt.

Totland spielt, und sie denkt sich zurück, beinahe so, als würde sie in einem Fotoalbum blättern. Doch da sind keine Fotos, keine Bilder voller Farben und Leben. Da sind vor allem nüchterne Skizzen, rudimentäre Formen, blutleere Linien. Da sind leere Abende vor dem Fernseher, mit unzähligen Zigaretten, geröteten Augen und sprödem Hals. Da sind ganze Wochenenden ohne ein einziges Wort. Da sind ihre Fratzen im Spiegel. Einige Male kroch sie in ihren Kleiderschrank, zog die Tür zu und saß einfach da, stundenlang in der Dunkelheit.

Es bleibt nach wie vor merkwürdig, wie viel totes Land in ihrer vergangenen Zeit liegt, wie viele Monate und Jahre kein Leben in sich trugen. Sie fragt sich manchmal, ob sie eigentlich jünger ist, weil jene Jahre nicht zählen. Und sie fragt sich, ob ihr im Ganzen etwas fehlt. Ob das tote Land ihr Ich auch heute noch verkrüppelt.

Sie schiebt ihre Finger wieder zur tauben Stelle am Unterschenkel. Kneift Haut und Fleisch zusammen. Spürt nichts. Und fühlt sich seltsam erleichtert, dass sie trotzdem noch laufen kann.
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„Totland“ erschien neben anderer/n Prosa und ShortStories unlängst in Ralf Bruggmanns Buch „Hornhaut“ in der „Edition Outbird“ (zur Buchbestellung bitte hier entlang). Im Bild: „Besinnung“ von Katrin Hetzel. Fotografien von Katrin Hetzel gibt es ebenfalls in der „Edition Outbird“ (bitte hier entlang).

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Anne Liebenau „Kunst als Spiegel der Psyche“ [Interview Teil 2] | Outscapes #5

[Interview Teil 1 ist in Druckversion im Magazin für alternative (Genuss)Kultur „Outscapes“- Ausgabe #5 [Edition Outbird] erschienen.]

„…Und wo wir schon beim Handwerk sind: Wie bist Du denn auf die Idee mit dem Steampunk-Upcycling gekommen?

Das sind alles Sachen, die mich glücklich machen: alte Uhrwerke, die noch rasselnd ablaufen, Spieluhren und überhaupt die Geräusche von Mechanik. Abgenutztes Spielzeug oder aufgelesene Steine – ich nehme Dinge gern in die Hand und auch sie lassen mich dann nicht mehr los und fügen sich irgendwann wie von selbst neu zusammen.

Zu guter Letzt: Gibt es einen Menschen, eine Persönlichkeit, die Du so faszinierend findest, und unbedingt einmal vor Deine Kamera bekommen möchtest? Und hast Du einen künstlerischen Helden, dessen Arbeiten Du besonders bewunderst?

Ja, ganz ehrlich sehe ich mich selbst als Gesamtkunstwerk und bin sehr auf die Vollkommenheit gespannt! Jeder Künstler ist doch irgendwie sein eigener Held…“

Das Interview führte Hanna-Linn Hava. Teil 1 des Interviews und vieles mehr finden Sie im „Outscapes“-Magazin #5 [Edition Outbird].

Bildnachweise: Anne + Felix Liebenau

Schmuddl „Vom Fraß der Gentrifizierung“ [Interviewauszug] | Outscapes #4

„… Moin Schmuddl… Du tätowierst seit 20 Jahren, gestaltest Schmuck, Leder- und Wohnaccessoires, zeichnest und hast in Deiner Buchbar Lesungen zwischen Whisky und Tom Waits veranstaltet. Wo liegen Deine Wurzeln? Was treibt Dich an? Was gibst Du den Menschen?

[…]

Was treibt mich an? Neugierde?! Die Lust am täglich Erlebten, die Unlust zum Stillstand. Alltägliche Banalitäten die einem so über den Weg laufen. Positives, negatives, nützliches, sinnloses, gute Menschen, schlechte Menschen, Erfahrungen die man macht, dieses „er-LEBEN“ auch wenn es zuweilen wirklich dumm, beschwerlich und belanglos erscheint. Wenn du keine Erwartungshaltung hast, kannst du um so besser Überrascht werden was für mich ein großer Reiz ist. Natürlich im positiven wie im negativen Sinne aber da bin ich pragmatisch und zum Glück auch neugierig genug um sehen zu wollen was hinter dem „Müllkübel“ ist, manchmal wächst da nämlich was ganz wunderbares. Das Leben ist ein langer Kuss…(DAF)

Tabaktasche Steampunk und vieles mehr aus Schmuddls Werkstatt: bitte hier entlang

Was die Menschen von mir bekommen ist Authentizität (auch mit Arschlochtag), Individualismus, Unvoreingenommenheit, eine gute Portion Altruismus, manchmal einen Spiegel und unzähligen herum flitzenden Inspirationspartikeln sei dank, viele schöne Dinge…“

Das Interview führte Tristan Rosenkranz. Das gesamte Gespräch und vieles mehr finden Sie im „Outscapes“-Magazin #4 [Edition Outbird].

Bildnachweis: Thomas Templin

Layout als Passion | Don Stummel

Don Stummel alias Denny Müller aus Ranis wird heute im „Outbird“-Kurzinterview #5 von M. Kruppe und Tristan Rosenkranz als Layouter unseres „Outscapes“-Magazins vorgestellt, aufgenommen am Rande der 20. Thüringer Autorentage auf Burg Ranis. Und damit hinterfragt und beantwortet, was ihn umtreibt, die mit jedem Magazin anliegenden unzähligen Korrekturen und Änderungen auszuhalten, welche Rolle er als Merchandizer für die Oi-Punk – Band „Verfolgungswahn“ spielt und was er darüber hinaus noch mit seinem Potential anfängt. Cooler Typ!

Und selbstverständlich darf unser „YouTube“-Kanal gern abonniert werden.

Tobias Gellscheid | Zwischen Lebenskunst und Popkultur

0-tobias-gellscheidIm September 2016 war ich, zusammen mit meinem Freund und Kollegen Benjamin Schmidt auf Sex & Drugs & LiteraTour. Unser Weg führte uns quer durch die Republik und Halle/Saale war Station Nummer zwei.

Die Lesung selbst organisierte ein in Halle lebender Künstler, den ich seit vielen Jahren kenne, denn wir wuchsen beide in der selben Region Thürigens auf, er hauptsächlich in Neustadt an der Orla, ich in Pößneck, unweit der inoffiziellen Luther- und Cranach-Stadt. Und beide hatten wir Wurzeln im Punkrock zum Einen, in der schwarzen Szene zum Anderen, und also lief man sich irgendwann über den Weg, befreundete sich und verlor sich, auch das war Mitte/Ende der Neunziger nicht anders als jetzt, aus den Augen. Wer etwas aus sich machen wollte, konnte auf keinen Fall in der thüringischen Enklave bleiben. Und Tobias Gellscheid hatte damals schon nicht nur Talent, sondern eine seltsame, innere Unruhe, an der sich auch heute noch nicht viel geändert hat.

Man muss sich anfangs anstrengen, ihm folgen zu können wenn er redet, denn seine Sprachgeschwindigkeit gleicht einem Wettlauf der Worte, die alle auf einmal seinen Kopf verlassen wollen, so scheints, weil in diesem eine so hohe Bewegung herrscht, eine Masse an Ideen und Projekten, an Ausdrucksweisen und Bestrebungen, dass es den Eindruck macht, es läge ein enormer Druck im Gellscheidschen Hirn, dem standzuhalten er selbst einst Schwierigkeiten haben muss. Dem aber ist nicht so, denn abgesehen von eben jener Sprachgeschwindigkeit ist der meist schwarz gekleidete Mittdreißiger ein lässiger Typ. Ein Basecap auf dem Kopf, das sein schütteres Haar bedeckt und an eine dieser Lokführermützen aus längst vergangenen Tagen erinnert, das schwarze Hemd mit der Borde auf der rechten Seite leger aufgeknöpft, so dass man das Amulett an seinem Hals sehen kann. Die engen schwarzen Jeans enden in Halbstiefeln, ähnlich solchen aus den Fünfziger Jahren, die von den jungen wilden Rock’n’Rollern getragen wurden. Im Gesamten also ein typischer Künstler, wie es sie zu Hauf im Westberlin der Achtziger gab. Wüsste man nicht, dass Tobias Gellscheid goldene Hände hat, man könnte ihn für einen Musiker halten, der sich mit psychedelischer Rockmusik ein Zubrot verdient.

5Am Abend unserer Lesung, die der Leipziger Krimi-Autor und ebenfalls Outbirdler David Gray als Special Guest begleitet, sehe ich Tobias seit Langem wieder und freue mich, mit ihm endlich mal wieder ein paar Worte wechseln zu können. Auch hat er uns für den nächsten Tag in sein Atelier eingeladen, denn natürlich will ich die Gelegenheit nutzen, ihn fürs Outscapes-Magazin zu interviewen.

Seit er im Jahr 2000 die Heimat verließ, um in Flensburg eine Ausbildung zum Holzbildhauer zu absolvieren, verloren wir uns ein wenig aus den Augen. Die meisten Kreativen Menschen verließen das neckische Ostthüringen, denn auch, wenn kulturell so manches versucht wurde und wird hier in der Region, so ist es doch stets Kultur für die Alten, was an dieser Stelle zunächst nicht negativ behaftet sein soll, aber es fehlt und fehlte eben an Möglichkeiten, für junge, rebellische und subversive Künstler, sich verwirklichen zu können.
Die Ausbildung schloss Gellscheid 2003 als Landessieger Schleswig Holstein ab. Dann tingelte er durch halb Europa, arbeitete als freier Bildhauer in Tirol, also Restaurator auf einem Schloss in Trockenborn-Wolfersdorf (nahe Jena), bis er 2009 an der renommierten Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle/Saale anerkannt wurde und dort sein Kunststudium begann. Um neben dem Studium Geld zu verdienen, arbeitet der agile Künstler seit 2011 als künstlerischer Mitarbeiter im Landesamt für Denkmalpflege & Archäologie, Halle/Saale. Mit einem Erasmus Stipendium verschlug es ihn dann im Jahr 2013 für ein Semester nach Lettland, wo er an der Art Academy of Latvia in Riga studierte. Im letzten Jahr schloss Gellscheid dann seine Studienzeit mit einem Diplom bei Prof. Thomas Rug, Kunsthochschule Burg Giebichenstein, ab und arbeitet seither als freier Künstler und Mitarbeiter des oben schon erwähnten Landesamtes.

Am Tag nach der Lesung treffen wir uns in einem gemütlichen veganen Café zum Frühstück. Anschließend machen wir uns auf durch den herbstlichen Nieselregen, der vom grauen Himmel eher wie ein feuchter Nebel herabgleitet, hin zum Hallenser Volkspark, einem Veranstaltungsgebäude, das 1906 von der SPD als Vereinshaus errichtet wurde. Hier wurde, berichtet Gellscheid, der so genannte Kleine Trompeter erschossen. Mir klingelt es, ich erinnere mich an die alte DDR-Musikunterricht-Erziehung und an das Lied des kleinen Trompeters. Fritz Weineck hieß er und ich lese später bei Wikipedia, dass er im Tumult um die Auflösung einer Wahlveranstaltung der KPD erschossen wurde. Halle sei, wie auch Bitterfeld, „eine ganz rote Stadt“ gewesen, sagt Gellscheid und glänzt mit einem durchaus respektablen Vortrag zur jüngeren Geschichte der Stadt in Sachsen Anhalt.
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Wir kommen an ein Nebengebäude des Volksparkes im Schleifenweg, das an ein Verwaltungsgebäude aus den Fünfzigern erinnert, ein befensterter Betonklotz, drei Stockwerke, der graubraune Putz blättert in Fetzen von der Fassade. Tobias hält inne, wirkt hektisch bei der Suche nach dem Schlüssel und meint, dass es sein kann, dass wir durchs Fenster einsteigen müssen, er habe den Schlüssel wohl zu Hause liegen lassen. Gut, dass sein Atelier im Parterre liegt und er, vorsorglich und unter Anwendung eines „kleinen Tricks“ wie er sagt, das Fenster oftmals so offen lässt, dass es „zwar zu aussieht, man aber trotzdem reinkommt“. Er lächelt und meint, dass er aber erstmal den normalen Weg versuche. Wir gehen um das Genäude zum Haupteingang, wo glücklicherweise gerade eine Putzfrau zugange ist. Wir kommen also rein ohne die Einbrecher mimen zu müssen.

Drinnen riecht es förmlich nach DDR. Abgestanden, etwas modrig auch, metallisch und schmutzig. Optisch passt sich das Bild dem Geruch an. Wir gehen einen Korridor entlang und stehen vor der Ateliertür. Drinnen Chaos. So stelle ich mir Ateliers vor. Zu unserer Rechten stapeln sich Sessel vor einem Schreibtisch, auf dem allerlei Kleinkram liegt. Farben, Notizen, Tassen, Messer, Stifte… alles, was man eben braucht. Der hintere Teil, der wohl der eigentliche Arbeitsbereich ist, ist abgetrennt von einem schulterhohen Schrank, in welchem sich einige Arbeiten und Probedrucke des Künstlers befinden. Es sieht gemütlich aus, chaotisch unordentlich, aber gemütlich.

Ich setzen uns und ich beginne, Tobias Gellscheid ein paar Fragen zu stellen: Tobias, wie ist das mit dir und der Kunst. Wie und wann kam es dazu, dass du dich auf diesem weg auszudrücken versuchst?

9Kunst war schon immer mein Ding. Schon damals in der Schule hab ich all meine Hefte vollgemalt. Das war halt eher so Saukram. Es kamen sogar Schulfreunde und baten mich, ihnen auch ein paar dieser Titten in ihre Hefte zu zeichnen. Irgendwann hat es mir dann in Thüringen gereicht. Diese trübe Bauarbeitermentalität, die so rabiat und roh ist, hat mich da mehr oder weniger verjagt. Da wirst du, wenn du auch nur bisschen feingeistiger bist, einfach nicht akzeptiert. Durch Kumpels wie den Bildhauer und Weltreisenden Johannes Foetzsch (Anm. d. V.: Outbird wird noch berichten) und einige Andere kam ich dann über Umwege hier her zum Kunststudium.

Was machst du momentan? Woran arbeteites du, womit verdienst du dein Geld?

Naja, wie schon gesagt, bin ich künstlerischer Mitarbeiter des Landesamtes für Denkmalpflege in Halle. Aktuell also arbeite ich im Museum für Vorgeschichte und mache dort Zeichnungen von Exponaten und Funden. Aber ich will schon wieder mehr künstlerisch arbeiten in Zukunft. Natürlich verdiene ich auch hin und wieder Geld mit Verkäufen meiner Arbeiten. Meist auf Ausstellungen.

Was bezahlt man denn für deine Arbeiten so im Schnitt?

Also für Drucke und Holzstiche meiner Beatles-Serie bist du schon mal mit bis zu 550 Euro dabei.

„Beatles-Serie“ sagst du. Was bedeutet das genau?

Die Beatles sind seit langem ein großer Inspirant für mich und meine Arbeit. In meiner Kunst geht es viel um Popkultur und die Beatles sind so ziemlich DER Archetyp dafür. Zum Teil ein bisschen dümmlich naiv und das füttert ja die infantile Fankultur. Das Ganze bricht sich also in manchen Momenten ganz komisch. Hier liegt mein Fokus. In der Wahrnehmung der „Idole“. In der Verherrlichung von Popstars, die zuweilen wie Ikonen verehrt werden.

Gibt es noch andere Einflussgeber, also Künstler, die dich inspirieren bzw ohne die du nicht da sein würdest, wo du jetzt bist?

Klar gibt’s da einige. Zum Einen inspirieren mich meine Kommilitonen. Um ein paar bekannte Namen von großartigen Künstlern zu nennen: Klinger, Böcklin, Kollwitz, Goya und auch Kubin dürfen da nicht fehlen.

Gibt es eine Art Fahrplan für deine Zukunft, hast du Visionen, was deine Arbeit angeht?

(Lacht) Ich glaube, es war Helmut Schmidt, der sagte: Wer Visionen hat, der soll zum Arzt gehen! … Nein im Ernst. Ich willl natürlich weiter Kunst machen. Umsteigen von meinen Arbeiten an der Popkultur und mich mehr auf Landschaften und Stillleben konzentrieren.

Wieviele Stunden am Tag sitzt du eigentlich hier und arbeitest?

Naja, das kommt drauf an, aber im Mindesten vier Stunden täglich. Mehr geht zur Zeit nicht, weil ich ja meinen Brotjob noch habe.

Das gekürzte Feature und vieles mehr: in unserer Printausgabe Nr. 2 vom Dezember 2016.
Verfasser:
M. Kruppe
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Bildnachweis: M. Kruppe.

Zur Website vom Tobias Gellscheid: bitte hier entlang.

Ralf Schlegel | Zwischen Stille und Kraft

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Ralf Schlegel, 1971 geborener Thüringer Künstler und Mensch der leisen Töne, fiel uns nicht zuletzt zur Vernissage seiner Ausstellung in einem Jenaer Hotel auf. Seine Werke werden von einer Kraft und Ausstrahlung getragen, die sich eher noch emotional als wörtlich begreifen lässt.
Die Gespräche mit Ralf Schlegel sind leicht und voller Empathie. Ein Mensch mit Neigung zu breitgefächerten Interessen und einer Tiefe, die das Kennenlernen leicht macht.

Lieber Ralf, wie würdest Du Dich selbst beschreiben?

Ja, wie soll ich antworten? Ich nehme mich sehr unterschiedlich wahr. Phasen, in denen ich meine eigenen Ziele verfolge, bin ich glücklich und fühle mich dementsprechend ausgeglichen, ausgeruht und voller Energie. Mich intensiv selbst zu spüren, ist überhaupt die wichtigste Errungenschaft in der letzten Zeit. Dies verleiht mir Sicherheit und innere Stärke. So fühle ich mich offen, mutig, richtig und ich mag mich vor allem selbst. Alles andere kommt von alleine!

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