Frau Kopf „Brachialromantik für Hochsensible“ [Interview Teil 2] | Outscapes #6

[Interview Teil 1 ist in Druckversion im Magazin für alternative (Genuss)Kultur „Outscapes“- Ausgabe #6 [Edition Outbird] erschienen. In diesem Zusammenhang verweisen wir gern auch auf die Verlosung ihres neuen, handsignierten Buches „Brachialromantik“ unter Neu-AbonnentInnen.]

(Zur Buchbestellung bitte Cover anklicken)

„… In wenigen Worten: worum geht es in Deinem aktuellen Buch und warum sollte mensch es unbedingt lesen und weiterempfehlen?

Es geht um die Dinge, die jeder ist, fühlt, mag, hasst und kann. Menschliches. Abgründiges. Trauriges. Zuversicht. Irgendwas mit Sex und Rausch und zwischendurch Aufwachen.
Warum Mensch es lesen sollte? Um sich in den Worten zu finden und sich ein bisschen vor sich selbst zu fürchten und zu schämen. Danach kann man dann stolz auf sich und sein Gemensche sein, egal wie schmutzig, traurig oder eben bemerkenswert man ist.

Letzte Frage (n): Was ist Dein größter Wunsch? Und wo siehst Du Dich in zehn Jahren?

Kühlschrank voll, die Liebe im Bett und ein Wohlgefühl, wenn ich morgens aufwache.“


Das Interview führte Tristan Rosenkranz. Teil 1 des Interviews und vieles mehr finden Sie im „Outscapes“-Magazin #6 [Edition Outbird].

Frau Kopf in unserem Webstore: bitte hier entlang.

Bildnachweis: Marco Fechner
_____________________________________________________________________________________

Yeah But No „Melancholisches Rauschmittel“ [Interview Teil 2] | Outscapes #6

[Interview Teil 1 ist in Druckversion im Magazin für alternative (Genuss)Kultur „Outscapes“- Ausgabe #6 [Edition Outbird] erschienen.]

Antwortteil 2 zur vorangegangenen Frage:

„… Ich war fasziniert davon welche Tiefe die Produktionen hatten und das ich manchmal selbst nach dem tausendsten mal Hören noch Kleinigkeiten im Sounddesign entdecken konnte. Wahrscheinlich fing damals meine ProduzentenLeidenschaft an.

Wenn man Yeah But No hört und sich an den puren Schalk Mario Willms da draußen in der Realität erinnert, meint man fast, Du habest Deinen Humor verloren. Ist Yeah But No musikalisches Gegengewicht zu Deinem Wesen?

M: Das geht ja immer alles zusammen. Ohne Humor könnte man manchen Dinge nicht ertragen und manche Dinge sind so tragisch das sie schon wieder lustig sind. Wenn es um Musik geht dann sind meine favorisierten Klangfarben allerdings immer dunkel, immer melancholisch. Melancholie ist meine Batterie. Wenn ich lustige oder fröhliche Musik höre bekomme ich Kopfschmerzen und schlechte Laune. Läuft Radiohead dann geht die Sonne auf.

Fabian, warum diese fast schmerzliche Schönheit? Wieviel Schmerz verbirgt sich in Yeah But No?

F: In jeder Schönheit liegt auch ein Schmerz. Ohne Schmerz kein geschlossenes, ausgewogenes Emotionsbild. Bei der ganzen happy clappy Musik im deutschen Popradio sehnt es uns nach Fragilität und Zerbrechlichkeit. Das Melancholische bei Seite: In jedem Schmerz und in jeder Vergänglichkeit liegt ja auch wieder etwas Neues, ein Neuanfang oder eine schmerzliche Erfahrung, die man machen musste, um Dinge wieder positiver zu sehen.

Was hebt Yeah But No von der Popwelt ab? Und was markiert Eure musikalische Heimat beim Berliner Label Sinnbus?

F: Wir haben keine musikalischen Rahmen, wir schreiben und schrauben so lange bis es sich für uns gut anfühlt. Bei uns muss der Refrain nicht nach einer Minute kommen und wenn es keinen Refrain gibt, auch ok. Das Dreiergespann Sinnbus macht einen fabelhaften Job. Wir hatten schon beim ersten Treffen das Gefühl, dass wir bei Sinnbus an der richtigen Adresse sind.

Zu einem derart kreativen Output gehört immer eine Portion Wahnsinn. Welche Farbe hat der Eure?

Ein dunkles Blau.

Nach Gera kommt Jena kommt Berlin… Letzte, und zwar unvermeidliche Fragen: was ist Gera für Dich (geblieben)? Was spricht für diese unterschätzte Stadt? Welche Nahrung braucht sie?

M: Die Stadt ist natürlich immer noch irgendwie Heimat. Ich freue mich darauf meine Eltern zu besuchen und die süß-saure Erinnerung an meine Teenagertage einatmen zu können. Es ist aber auch sehr schade zu sehen wie die Stadt nahezu zerbrochen ist. Aber die Kindheitserinnerungen trösten darüber hinweg.“

Das Interview führte Tristan Rosenkranz (Rezension folgt nach). Teil 1 des Interviews und vieles mehr finden Sie im „Outscapes“-Magazin #6 [Edition Outbird].

Bildnachweis: Anna K. O.
_____________________________________________________________________________________

Majorlabel „Wir sind kein Punk-Label!“ [Interviewauszug] | Outscapes #4

„… Das Majorlabel wurde 1998 gegründet. Wie verrückt muss man sein, ein Independentlabel zu gründen, was war die Initialzündung? Welche Voraussetzungen habt ihr mitgebracht?

Mein Labelkollege Robert hatte damals mit dem Schlagzeuger der „Fliehenden Stürme“ schon ein eigenes Label betrieben, und irgendwie hat das dann nicht mehr ganz so gut funktioniert. Er wollte dennoch weitermachen, und da wir beide aus dem ostthüringischen Ort Berga kommen und ich damals die Band „Verbrannte Erde“ am Laufen hatte, kamen wir bei einer unserer Proben letztendlich ins Gespräch. Quasi entstand aus denselben Interessen und der gemeinsamen Idee, von Bands, die wir cool finden, Platten zu veröffentlichen, dann das Majorlabel. Begonnen hatte damals alles mit einer Rostocker Band namens „State of Emergency“. Die hatten wir in Weimar erlebt und rotzfrech gefragt, ob wir deren drittes Tape auf Vinyl veröffentlichen können. Somit ist der erste Tonträger auf dem Majorlabel entstanden. Das war die Initialzündung für weitere Veröffentlichungen.

[…]

Ihr verlegt unter Anderem Bands wie Die Art, Sandow, Fliehende Stürme, EA 80, aber auch Hörbücher von preisgekrönten Hörbuchautoren wie Kai-Uwe Kohlschmidt oder Kai Grehn – Vorsprung durch Vertrauen oder gute Geschäftsfreundschaften? Gibt es so etwas wie einen Kollektivgedanken in der Szene?

Wenn wir Veröffentlichungen ankurbeln, ist es dann schon auch eher eine freundschaftliche Basis mit den Künstlern. Also, wir machen keine Verträge, das wäre uns auch zuwider….und das funktioniert bis jetzt ganz gut. …“

Das Interview führten M. Kruppe und Tristan Rosenkranz. Das gesamte Gespräch und vieles mehr finden Sie im „Outscapes“-Magazin #4 [Edition Outbird].

Im Bild: Andreas Ettler („Eddie“).